bKV für ArbeitgeberKai Stockschlaeder · Versicherungsmakler

bKV für kleine Unternehmen

Von Kai Stockschlaeder, Versicherungsmakler (§ 34d GewO) · Zuletzt geprüft am

Kurz beantwortet

Auch kleine Betriebe können eine bKV abschließen, wenn sie die Mindestteilnehmerzahl des Tarifs erreichen; die legt der Versicherer fest. Der Aufwand bleibt überschaubar: ein Gruppenvertrag, eine Mitarbeiterliste, eine Lohnart. Bei 8 Mitarbeitern kostet Sie eine Gehaltserhöhung um 50 € brutto rund 5.822 € im Jahr; ein bKV-Beitrag innerhalb der Freigrenze nur den Beitrag selbst.

Reicht meine Betriebsgröße?

Eine Mindestzahl an versicherten Mitarbeitern legt der Versicherer im Tarif fest. Für einen Betrieb mit wenigen Mitarbeitern ist das die erste Frage, noch vor dem Budget: Kommen genug Mitarbeiter in die Gruppe, damit der Tarif angeboten wird? Welche Tarife für Ihre Größe in Frage kommen, klären wir im Angebotsvergleich. Wie Sie die Gruppe abgrenzen, steht unter Mindestteilnehmerzahl und Gruppenbildung.

Was kostet das bei 8 Mitarbeitern?

Für die Gehaltserhöhung lässt sich das genau sagen: 50 € brutto mehr für jeden der 8 Mitarbeiter kosten Sie mit den Arbeitgeberanteilen 485,20 € im Monat und 5.822,40 € im Jahr. Bei Ihren Mitarbeitern kommt davon nach Steuern und eigenen Beiträgen deutlich weniger an.

Der bKV-Beitrag hängt von Budgetstufe, Alter Ihrer Mitarbeiter und Tarif ab. Mit Ihrem Angebot rechnen Sie im bKV-Rechner den Vergleich für Ihre Mitarbeiterzahl; was den Beitrag bestimmt, steht unter Was kostet eine bKV?

Sozialversicherungssätze Stand 2026, Arbeitgeberanteile zusammen 21,30 % mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag (§ 242a SGB V), ohne U1 und U2, außerhalb Sachsens, für Entgelte unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen. Der Zusatzbeitrag Ihrer Krankenkasse kann abweichen.

Wie viel Verwaltung fällt an?

Im kleinen Betrieb übernehmen Sie oder Ihr Lohnbüro drei Aufgaben: die Anmeldung der Mitarbeiter beim Versicherer, nach meiner Erfahrung per Mitarbeiterliste; die Nachmeldung bei Ein- und Austritten; und die monatliche Abrechnung des Beitrags als Sachbezug. Die Rechnungen Ihrer Mitarbeiter laufen direkt zum Versicherer, nicht über Sie. Wie das Lohnbüro den Beitrag erfasst, beschreibt bKV in der Lohnabrechnung.

Prüfen Sie vorher, ob Ihre Mitarbeiter schon andere Sachbezüge bekommen, etwa einen Tankgutschein. Alle zusammen dürfen 50 € im Monat nicht übersteigen (Die 50-€-Freigrenze).

Betriebsrat im kleinen Betrieb

Einen Betriebsrat können schon Betriebe mit in der Regel fünf ständigen wahlberechtigten Arbeitnehmern wählen (§ 1 Abs. 1 BetrVG). Gibt es bei Ihnen einen, beachten Sie seine Mitbestimmung (bKV und Betriebsrat). Gibt es keinen, gelten für die Gruppenbildung trotzdem AGG und TzBfG.

Wann es sich nicht lohnt

Wenn Ihr Betrieb die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht, wenn viele Mitarbeiter nur kurz bleiben oder wenn die Freigrenze schon durch andere Sachbezüge ausgeschöpft ist, rate ich eher ab. Die Gründe stehen unter Wann ich Arbeitgebern von der bKV abrate.

Quellen (Abruf 07.10.2026): § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG; § 3 Abs. 1 Satz 4 SvEV; § 1 Abs. 1 BetrVG (zuletzt geändert durch Art. 1 G v. 19.7.2024 I Nr. 248); Sozialversicherungssätze 2026 (Rechenweg und Quellen unter bKV statt Gehaltserhöhung).

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