bKV für ArbeitgeberKai Stockschlaeder · Versicherungsmakler

Gesundheitsbudget: 300, 600, 900 oder 1.200 € pro Mitarbeiter

Von Kai Stockschlaeder, Versicherungsmakler (§ 34d GewO) · Zuletzt geprüft am

Kurz beantwortet

Ein Gesundheitsbudget ist ein fester Betrag pro Mitarbeiter und Jahr, bis zu dem der Versicherer Gesundheitsleistungen erstattet. 300, 600, 900 oder 1.200 € Gesundheitsbudget pro Mitarbeiter und Jahr sind die üblichen Stufen. Sie legen das Budget fest. Was Ihre Mitarbeiter damit bezahlen, entscheiden sie selbst, innerhalb der Grenzen des Tarifs.

Wie funktioniert ein Gesundheitsbudget?

Jeder versicherte Mitarbeiter hat im Versicherungsjahr einen Betrag zur Verfügung, zum Beispiel 600 €. Reicht er eine Rechnung für eine versicherte Leistung ein, erstattet der Versicherer sie, bis das Budget aufgebraucht ist. Welche Leistungen versichert sind, steht im Tarif. Ihr Mitarbeiter muss nicht vorher fragen, wofür er das Geld nutzt, solange die Leistung zum Tarif gehört.

Für Sie als Arbeitgeber bleibt der Beitrag gleich, egal ob ein Mitarbeiter sein Budget ausschöpft oder nicht. Das ist der Unterschied zu einem Zuschuss, den Sie nur bei Bedarf zahlen würden.

Was ist ein Sublimit?

Ein Sublimit ist eine Grenze innerhalb des Budgets. Ein Tarif mit 600 € kann zum Beispiel für Sehhilfen nur einen Teilbetrag vorsehen oder eine Brille nur alle zwei Jahre erstatten. Zwei Tarife mit demselben Budget können deshalb sehr unterschiedlich leisten. Tarife mit gleichem Budget unterscheiden sich in den Sublimits; ich zeige Ihnen die Unterschiede für Ihre Belegschaft.

300 € im Jahr

Die kleinste Stufe deckt einzelne Leistungen im Jahr ab, etwa eine Zahnreinigung oder einen Teil der Kosten für neue Brillengläser. Sie eignet sich, wenn Sie mit überschaubarem Beitrag einsteigen und die Resonanz Ihrer Belegschaft sehen wollen.

Beispiel für eine typische Nutzung: So könnte ein Mitarbeiter mit 25 das Budget einsetzen: für neue Brillengläser und ein paar Termine beim Osteopathen, wenn der Rücken nach dem Sport Probleme macht. Ob beides in einem Jahr ins Budget passt, hängt von den Preisen und den Grenzen des Tarifs ab.

600 € im Jahr

600 € sind die häufig gewählte Mitte. Das Budget reicht in einem typischen Jahr für mehrere Leistungen, zum Beispiel Zahnreinigung, Brille und einige Behandlungen beim Physiotherapeuten.

Beispiel für eine typische Nutzung: So könnte ein Mitarbeiter mit 48 das Budget einsetzen: für den Eigenanteil an einer neuen Krone und für eine Gleitsichtbrille. Die Kasse zahlt beim Zahnersatz einen Festzuschuss, bei der Brille in der Regel nichts; das Budget übernimmt einen Teil dessen, was übrig bleibt.

900 € im Jahr

Mit 900 € bleibt auch dann Spielraum, wenn eine größere Ausgabe ansteht. Die Stufe passt zu Belegschaften mit vielen Mitarbeitern in Berufen mit körperlicher Belastung, in denen Physiotherapie und Vorsorge eine größere Rolle spielen.

Beispiel für eine typische Nutzung: So könnte ein Mitarbeiter in der Logistik das Budget einsetzen: für die Zuzahlungen bei regelmäßiger Physiotherapie und für eine Vorsorgeuntersuchung, die über das Kassenprogramm hinausgeht.

1.200 € im Jahr

Die höchste Stufe ist für Arbeitgeber gedacht, die die bKV als zentralen Benefit einsetzen wollen. Sie lässt Raum für größere Eigenanteile, etwa beim Zahnersatz, bei Hörgeräten über das Notwendige hinaus oder bei mehreren Leistungen im selben Jahr.

Beispiel für eine typische Nutzung: So könnte eine Mitarbeiterin mit 58 das Budget einsetzen: für die Mehrkosten eines Hörgeräts über das Notwendige hinaus, eine neue Gleitsichtbrille und eine professionelle Zahnreinigung im selben Jahr.

Welche Stufe passt zu Ihrem Betrieb?

Drei Fragen helfen bei der Entscheidung. Erstens: Welchen Monatsbeitrag pro Mitarbeiter wollen Sie dauerhaft tragen? Zweitens: Liegen die Beiträge mit den anderen Sachbezügen, die Sie schon gewähren, innerhalb der 50-€-Freigrenze? Drittens: Was braucht Ihre Belegschaft, gemessen an Alter, Tätigkeit und den Leistungen, die die Kasse nicht zahlt?

Was Ihre Mitarbeiter im Einzelnen bezahlen können, steht unter Leistungen; was eine Stufe für Ihre Belegschaft im Jahr bedeutet, zeigt der bKV-Rechner.

Häufige Fragen

Bekommt der Mitarbeiter das Budget ausgezahlt?

Nein. Das Budget ist ein Erstattungsrahmen. Ihr Mitarbeiter reicht Rechnungen für versicherte Leistungen ein und erhält die Erstattung bis zur Höhe des Budgets.

Ist ein höheres Budget immer besser?

Nicht unbedingt. Entscheidend sind auch die Sublimits und der Beitrag, der für die Freigrenze zählt.

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