bKV für ArbeitgeberKai Stockschlaeder · Versicherungsmakler

Worauf es beim Tarifvergleich ankommt

Von Kai Stockschlaeder, Versicherungsmakler (§ 34d GewO) · Zuletzt geprüft am

Kurz beantwortet

Beim Vergleich von bKV-Tarifen sagt der Beitrag allein wenig. Entscheidend ist, was innerhalb des Budgets gilt: Höchstbeträge und Intervalle für Sehhilfen, Zahnreinigung, Zahnersatz, Heilpraktiker und Vorsorge, dazu Wartezeiten, Annahmegarantie, Fortführung nach dem Ausscheiden, Beitragsbefreiung und die Frage, ob der Beitrag für alle gleich ist oder mit dem Alter steigt.

Warum der Beitrag allein wenig sagt

Zwei Tarife mit 600 € Budget können sehr unterschiedlich leisten. Der Unterschied steckt in den Grenzen innerhalb des Budgets, den Sublimits: wie viel es für eine Brille gibt und wie oft, wie viel Prozent beim Zahnersatz erstattet werden, ob Heilpraktiker dabei sind und ab wann das Budget genutzt werden kann. Ein günstiger Beitrag mit engen Grenzen kann Ihren Mitarbeitern weniger bringen als ein etwas teurerer Tarif, dessen Budget sie wirklich ausschöpfen können.

Was die gesetzliche Krankenkasse in diesen Bereichen zahlt, steht unter Was die GKV nicht zahlt; was das Budget typischerweise abdeckt, unter Leistungen.

Die zehn Kriterien

Zehn Kriterien für den Tarifvergleich
KriteriumWorauf Sie achten
Sehhilfen: Höchstbetrag und IntervallEin Höchstbetrag für Brille oder Kontaktlinsen sagt wenig, solange nicht feststeht, nach welchem Zeitraum er wieder zur Verfügung steht.
Professionelle ZahnreinigungFür die meisten Erwachsenen ist sie keine Regelleistung der Krankenkasse (§ 22 SGB V). Entscheidend sind Häufigkeit und Betragsgrenze im Tarif.
Zahnersatz in ProzentGleiche Prozentzahlen können Verschiedenes bedeuten: Prozent des Rechnungsbetrags oder Prozent des Eigenanteils, der nach der Kassenleistung übrig bleibt.
HeilpraktikerOb Behandlungen beim Heilpraktiker eingeschlossen sind und ob dafür eine eigene Grenze innerhalb des Budgets gilt, unterscheidet sich von Tarif zu Tarif.
VorsorgeWelche Untersuchungen über das Programm der Krankenkasse hinaus erstattet werden, legt der Tarif fest, manchmal mit eigener Grenze.
WartezeitenWartezeiten bestimmen, ab wann Ihre Mitarbeiter das Budget nutzen können, für den ganzen Tarif oder für einzelne Bereiche wie Zahnersatz.
AnnahmegarantieWichtig ist, ob alle Mitarbeiter der festgelegten Gruppe ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen werden und an welche Voraussetzungen der Versicherer das knüpft.
Fortführung nach AusscheidenOb ein Mitarbeiter, der Ihr Unternehmen verlässt, den Schutz privat weiterführen kann, regelt der Gruppenvertrag. Fragen Sie nach Frist und Beitrag.
BeitragsbefreiungManche Tarife sehen eine Beitragsbefreiung vor. Lassen Sie sich zeigen, in welchen Fällen sie greift und für wie lange.
Einheitsbeitrag oder AltersstaffelBei einem Einheitsbeitrag zahlen Sie für jeden Mitarbeiter denselben Betrag. Bei einer Altersstaffel ändern sich Ihre Kosten mit der Altersstruktur und mit jedem Neuzugang.

Zehn Fragen an jeden Anbieter

Stellen Sie jedem Angebot dieselben zehn Fragen. Die Antworten stehen in den Versicherungsbedingungen und im Angebot; fehlt eine Antwort, fragen Sie nach.

  1. Wie hoch ist die Erstattung für Sehhilfen, und nach welchem Zeitraum steht sie erneut zur Verfügung?
  2. Wird die professionelle Zahnreinigung erstattet, wie oft im Jahr und bis zu welchem Betrag?
  3. Wie viel Prozent werden beim Zahnersatz erstattet, und auf welchen Betrag beziehen sie sich?
  4. Sind Behandlungen beim Heilpraktiker eingeschlossen, und gilt dafür eine eigene Grenze?
  5. Welche Vorsorgeuntersuchungen über das Kassenprogramm hinaus werden erstattet, und bis zu welchem Betrag?
  6. Gibt es Wartezeiten, und für welche Leistungen gelten sie?
  7. Werden alle Mitarbeiter der Gruppe ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen, und unter welchen Voraussetzungen?
  8. Kann ein ausscheidender Mitarbeiter den Schutz weiterführen, innerhalb welcher Frist und zu welchem Beitrag?
  9. Sieht der Tarif eine Beitragsbefreiung vor, in welchen Fällen und für wie lange?
  10. Gilt ein Einheitsbeitrag für alle Mitarbeiter, oder ist der Beitrag nach Alter gestaffelt?

Die Fragen sind auch Teil der Entscheidungsvorlage.

Warum hier keine Rangliste steht

Welcher Tarif passt, hängt von Ihrer Belegschaft ab: vom Alter, davon, ob eher Brillen oder Zahnbehandlungen gebraucht werden, und davon, wie wichtig Ihnen die Fortführung nach dem Ausscheiden ist. Eine allgemeine Rangliste von Tarifen oder Versicherern führe ich deshalb nicht. Im Erstgespräch zeige ich Ihnen die Unterschiede für Ihre Belegschaft. Wie der Vergleich in die Einführung passt, steht unter bKV einführen in sechs Schritten.

Häufige Fragen

Welcher bKV-Tarif ist der beste?

Das lässt sich nur für eine bestimmte Belegschaft beantworten. Vergleichen Sie die Tarife nach denselben zehn Kriterien, vor allem nach den Grenzen innerhalb des Budgets, den Wartezeiten und den Regeln für ausscheidende Mitarbeiter.

Ist ein höheres Budget immer besser?

Nicht unbedingt. Ein höheres Budget kostet mehr Beitrag; ob Ihre Mitarbeiter es nutzen können, hängt von den Grenzen innerhalb des Budgets ab. Prüfen Sie außerdem, ob der Beitrag mit Ihren anderen Sachbezügen in die 50-€-Freigrenze passt.

Quellen (Abruf 07.10.2026): § 22, § 33 Abs. 2, § 11 Abs. 6 SGB V; § 207 VVG (zuletzt geändert durch Art. 12 G v. 26.5.2026 I Nr. 156). Budgetstufen: Marktübersicht Kai Stockschlaeder.

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