bKV und Mitarbeiterbindung: Arbeitgeber A gegen B
Von Kai Stockschlaeder, Versicherungsmakler (§ 34d GewO) · Zuletzt geprüft am
Eine Gehaltserhöhung von 50 € brutto kostet Sie mit den Arbeitgeberanteilen rund 61 € im Monat, und beim Mitarbeiter kommt deutlich weniger an. Ein bKV-Beitrag kostet innerhalb der Freigrenze genau den Beitrag und gibt dem Mitarbeiter ein Gesundheitsbudget, das er jedes Mal wiedererkennt, wenn er es nutzt. Eine Gehaltserhöhung dagegen geht im Gehalt auf.
Das Beispiel: Arbeitgeber A und Arbeitgeber B
Beispiel: Zwei Betriebe wollen einer Fachkraft etwas Gutes tun. Arbeitgeber A erhöht das Gehalt um 50 € brutto im Monat. Arbeitgeber B schließt eine bKV ab und zahlt einen Beitrag innerhalb der 50-€-Freigrenze.
| Punkt | Arbeitgeber A: 50 € mehr Gehalt | Arbeitgeber B: bKV |
|---|---|---|
| Kosten im Monat | 60,65 € | der Monatsbeitrag laut Angebot |
| Beim Mitarbeiter | weniger als 50 € netto, abhängig von Steuerklasse und eigenen Beiträgen | ein vertraglich vereinbartes Gesundheitsbudget von 300, 600, 900 oder 1.200 € im Jahr |
| Wie es wahrgenommen wird | als Teil des Gehalts, an den er sich gewöhnt | bei jeder Nutzung, etwa bei der Brille oder der Zahnreinigung |
| Wenn er geht | Ein neuer Arbeitgeber muss nur das Gehalt erreichen. | Das Budget endet oder läuft je nach Tarif nur privat weiter. |
Arbeitgeberanteile: Sozialversicherungssätze Stand 2026, zusammen 21,30 %, mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag (§ 242a SGB V), ohne U1 und U2, für Entgelte unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen. Der Zusatzbeitrag Ihrer Krankenkasse kann abweichen.
Warum ein Gesundheitsbudget anders wirkt als Gehalt
Eine Gehaltserhöhung sieht der Mitarbeiter einmal auf der Abrechnung, danach ist sie Teil seines Einkommens. Das Gesundheitsbudget begegnet ihm jedes Mal, wenn er es einsetzt: bei der neuen Brille, bei der Zahnreinigung, bei der Physiotherapie. Er verbindet die Leistung mit Ihrem Betrieb. Ob er es nutzt, hängt davon ab, wie gut Sie es erklären; nach meiner Erfahrung wird das Budget umso eher genutzt, je klarer es erklärt ist.
Für Sie bleibt der Beitrag planbar. Er schreibt sich nicht wie eine Gehaltserhöhung in jede künftige Gehaltsrunde fort.
Was eine bKV nicht leistet
Ein Gesundheitsbudget gleicht ein Gehalt unter Marktniveau nicht aus, und es ersetzt keine gute Führung. Es wirkt zusätzlich, nicht stattdessen. Sinkende Fehlzeiten kann niemand versprechen; das Bundesgesundheitsministerium beschreibt Investitionen in die Gesundheitsförderung der Beschäftigten als „Investitionen in die Zukunft des eigenen Unternehmens“ (BMG). Wann ich von einer bKV abrate, steht unter Wann ich Arbeitgebern von der bKV abrate.
Die Rechnung mit Ihrer Mitarbeiterzahl machen Sie im bKV-Rechner; den Rechenweg im Detail zeigt bKV statt Gehaltserhöhung.
Quellen (Abruf 07.10.2026): § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG; § 3 Abs. 1 Satz 4 SvEV; Sozialversicherungssätze 2026 (Rechenweg und Quellen unter bKV statt Gehaltserhöhung); BMG, Betriebliche Gesundheitsförderung. Diese Seite ersetzt keine Steuerberatung.